Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie

Informationen zur medikamentösen Therapie


Evidenzbasierte S2-Leitlinie zum Thema JIA, basierend auf der bestehenden Leitlinie von 2005

Originalartikel: Klin Padiatr. 2008 Nov-Dec;220(6):392-402. Epub Oct 23 (2008)

N. Guellac, T. Niehues

Die Therapie der Juvenilen Idiopathischen Arthritis (JIA) hat zu einer Verbesserung der Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen geführt, variiert aber von Behandler zu Behandler noch erheblich. Eine Standardisierung der Therapie auf der Basis von Konsensusempfehlungen bietet die Chance, die Qualität der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit JIA weiter zu verbessern. Es wurde eine systematische Literaturanalyse wurde durchgeführt. Die Autoren der GKJR-Leitlinie von 2005 und Vertreter aus Fachgesellschaften und Vereinigungen wurden zu professionell moderierten Konsensuskonferenzen eingeladen. So wurden zu den Themen medikamentöse, symptomatische und chirurgische JIA-Therapie Statements im Konsens erarbeitet und nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin bewertet.

 

Konsensusstatement des 7. Wörlitzer Expertengespräches 2004 für die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie zumEinsatz von Biologika bei der juvenilen idiopathischen Arthritis  

Orignalartikel: Z Rheumatol 65 (2):152-158 (2006) 

G. Horneff 

Die rasch wachsende Gruppe der Biologika stellt heute bereits einen unverzichtbaren Bestandteil bei der Behandlung von chronisch entzündlichen oder Autoimmunerkrankungen dar, nicht nur für bislang therapierefraktäre Krankheitsverläufe sondern auch, weil die Effektivität einer Therapie mit Biologika oftmals dem Ausmaß des konventionell erreichbaren Therapieerfolges überlegen ist, der Wirkungseintritt rascher erfolgt und das Therapierisiko geringer erscheint. Aus diesem Grunde soll mit der vorliegenden Stellungnahme eine aktualisierte Empfehlung zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen erfolgen.

 

Konsensusstatement der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie Deutschland (AGKJR) und Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Rheumatologie Österreich zum Einsatz von MTX bei Kindern mit rheumatischen Erkrankungen
  
Originalartikel: Monatsschr Kinderheilkd 151:881-890 (2003)    

T. Niehues, G. Horneff, H. Michels, M. Sailer Höck, L. Schuchmann     

Bei Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Erkrankungen stellt die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) die häufigste Diagnosegruppe dar. Die JIA kann mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und Krankengymnastik in einem Teil der Fälle erfolgreich behandelt werden. Die Erkrankung erweist sich aber bei einem erheblichen Anteil der Kinder und Jugendlichen als resistent gegenüber dieser Behandlung, so dass "second line" Medikamente oder "Basistherapeutika" (internationaler Sprachgebrauch: disease modifying antirheumatic drugs, DMARDs) zum Einsatz kommen. Methotrexat (MTX) wird als "first choice second line agent" für die JIA bezeichnet. In der Anwendung von Methotrexat bei Kindern und Jugendlichen bestehen zwischen den kinderrheumatologischen Behandlern zum Teil erhebliche Unterschiede. Um die Arzneimittelsicherheit zu erhöhen, ist daher von der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie Deutschland (AGKJR) und der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Rheumatologie Österreich die Erarbeitung eines evidenzbasierten Konsenses initiiert worden. Die Evidenz basiert auf Diskussionen innerhalb von Behandlertreffen, einer MEDLINE-Suche mit den Stichwörtern "Methotrexat", "juvenile Arthritis" und Alter 0-18 Jahre, Standard-Lehrbüchern und Übersichtsarbeiten, Daten aus der Kerndokumentation des Deutschen Rheumaforschungszentrums Berlin und Studienergebnissen der Methotrexattherapie von erwachsenen Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) sowie Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh). Auf der Grundlage dieser Daten werden eine Graduierung der Evidenz und der Empfehlungen vorgenommen und evidenzbasierte Empfehlungen zum Einsatz von MTX bei Kindern und Jugendlichen mit rheumatischen Erkrankungen vorgelegt.      

 

Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie zur Therapie mit Etanercept
(P75 TNF-a-Rezeptor-Immunglobulinfusionsprotein)

Originalartikel:
Z Rheumatol 59 (6):365-369 (2000)

G. Horneff, J. Forster, H. W. Seyberth, H. Michels

Im Februar 2000 wurde das neue Arzneimittel Etanercept (Enbrel®) zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis wie auch der juvenilen Polyarthritis zugelassen. Zeitgleich wurde die bislang einzige Untersuchung zur Behandlung der juvenilen idiopathischen (chronischen/ rheumatoiden) Arthritis mit Etanercept publiziert. Damit steht in Deutschland erstmalig ein Pharmakon zur Verfügung, das zur Behandlung der juvenilen Polyarthritis zugelassen und gleichzeitig geprüft wirksam ist. Trotzdem bleiben derzeit noch viele Fragen zu Indikationen, Kontraindikationen, Nebenwirkungspotential, Kontrolluntersuchungen und weitere unbeantwortet. Die Kommission Pharmakotherapie der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie hat daraufhin nachfolgende Empfehlungen ausgearbeitet. Die werden von Kommentaren begleitet, die die problematische Situation bei der Anwendung eines neuen Arzneimittels im Kindes- und Jugendalter reflektieren und zu Fragen insoweit Stellung nehmen, wie dies nach bisherigen Kenntnisstand überhaupt möglich ist. Die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendrheumatologie führt außerdem ein Register zur Langzeitdokumentation der Anwendung von Etanercept im Kindes- und Jugendalter. Um langfristig eine sichere Basis für Therapieempfehlungen zu erstellen, ist eine Dokumentation aller mit Etanercept behandelten Kinder und Jugendlichen möglich und unbedingt empfehlenswert. Die Koordination des Registers erfolgt an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Halle-Wittenberg.